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Augenheilkunde
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Augenerkrankungen

Grauer Star (Katarakt)

Der Graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine langsam fortschreitende Augenkrankheit. Oftmals bemerkt der Patient erst in einem späten Stadium eine Beeinträchtigung seiner Sehkraft. Die Bilder erscheinen zunehmend matt und verschleiert, Farben verlieren an Leuchtkraft und die Betroffenen klagen über starke Blendempfindlichkeit bei Sonne oder Gegenlicht. Besonders im Alltag, zum Beispiel im Straßenverkehr, ist man im Falle einer Erkrankung neuen Risiken ausgesetzt, da Gefahrenquellen wie nahende Fahrräder oder Autos sowie Bordsteinkanten nicht rechtzeitig erkannt werden. Nicht selten kommt es zu Stürzen oder Unfällen.

Die Diagnose der Katarakt ist für den Augenarzt einfach und bedarf in der Regel lediglich einer Spaltlampenuntersuchung. Bei reifer oder überreifer Katarakt kann die Pupille weiß erscheinen. Dies ist bereits mit bloßem Auge sichtbar. Bei der angeborenen Katarakt ist es besonders wichtig, dass die Diagnose sehr früh nach der Geburt gestellt wird und es nicht zu einer Schwachsichtigkeit des betroffenen Auges und des Sehnervs kommt.

Die einzige Therapiemöglichkeit besteht in Form eines operativen Eingriffs. Die Katarakt-Operation, mit der die frühere Sehschärfe wieder hergestellt werden kann, gehört mit bundesweit über 600.000 Eingriffen im Jahr zu den häufigsten und sichersten Eingriffen. Diese dauern in der Regel nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Bei der Operation entfernt der Chirurg die eingetrübte Linse und ersetzt sie durch eine neue. Mittels moderner Lasertechnik wird die neue Linse bestimmt und individuell für den Patienten angepasst. Je früher der Patient behandelt wird, desto schneller und schonender können sein Sehvermögen und seine Lebensqualität verbessert werden.

Makuladegeneration

Unter diesem Begriff werden verschiedene Erkrankungen des Auges zusammengefasst, die die Makula, den Punkt des schärfsten Sehens, betreffen. Dieser nur wenige Quadratmillimeter große Fleck ist für wesentliche Sehleistungen verantwortlich: Lesen, Erkennen von Gesichtern und feinen Einzelheiten sowie das Unterscheiden von Farben. Die übrige Netzhaut nimmt nur Umrisse und Kontraste wahr. Kommt es zu Störungen im Stoffwechsel der Makula, bilden sich Ablagerungen unter der Netzhaut und es entwickelt sich ein allmählicher Funktionsverlust des dort befindlichen Gewebes. Bei fortschreitender Krankheit wird die Sehfähigkeit durch das Absterben von Netzhautzellen beeinträchtigt. Die Folge ist, dass man in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen, verzerrt oder einen dunklen Fleck sieht. Da nur die Netzhautmitte betroffen ist, bleibt das äußere Gesichtsfeld erhalten. Das bedeutet, dass man zum Beispiel eine Uhr sehen, die Uhrzeit möglicherweise jedoch nicht erkennen kann.

Die häufigste Form der Makuladegeneration ist die altersbedingte, bzw. senile Makuladegeneration, die erst nach dem 60. Lebensjahr auftritt. Durch die geänderte Altersstruktur hat der Anteil der betroffenen Menschen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Schätzungsweise leiden 2 Millionen Menschen in Deutschland an einer Form der Makuladegeneration. Erbliche und umweltbedingte Faktoren bestimmen, wann beim Einzelnen die Erkrankung auftritt. Man weiß heute, dass zum Beispiel Rauchen oder Bluthochdruck zu einer verfrühten Erkrankung führen kann.

Dabei unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Verlaufsformen: der „trockenen“ und der „feuchten“ Makuladegeneration.

Die trockene Form macht etwa 80% der Fälle aus. Das Frühstadium erkennt der Augenarzt bei der Spiegelung des Augenhintergrundes an so genannten Drusen, kleinen gelblichen Ablagerungen unter der Netzhaut.

Im Spätstadium sind bereits Sinneszellen beschädigt und das zentrale Sehen verschlechtert sich erheblich. Für die trockene Form ist keine allgemein akzeptierte Behandlung bekannt, sie schreitet im Gegensatz zur „feuchten“ Degeneration aber viel langsamer voran.

Die „trockene“ Form kann in die „feuchte“ Form übergehen, wobei sich kleine Gefäßknospen unter der Netzhaut entwickeln, die zu Blutungen neigen. Beim Auftreten von verzerrtem Sehen sollte umgehend der Augenarzt aufgesucht werden, denn bereits eingetretene Verluste können nicht mehr beseitigt werden.

Diabetische Retinopathie

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine schleichende Krankheit. Bei ihr treten infolge der erhöhten Blutzuckerkonzentration über Jahre immer mehr Veränderungen an den Blutgefäßen im ganzen Körper auf.

Die Diabetische Retinopathie greift die Retina an, jenes empfindliche Gewebe im Augenhintergrund, das optische Signale über den optischen Nerv an das Gehirn überträgt . Es führt zu einer chronischen Durchblutungsstörung der Netzhaut, die das Sehen beeinträchtigten und unter Umständen zur Erblindung führen kann.

Nicht jede Retinopathie schreitet zur Erblindung fort. Wenn sie rechtzeitig erkannt wird, kann ihr Fortschreiten durch eine gute Stoffwechseleinstellung und Blutdruckkontrolle meistens verhindert werden. Um rechtzeitig eine geeignete Therapie einleiten zu können, ist eine regelmäßige Kontrolle des Augenhintergrundes erforderlich.

Trockenes Auge

Der Lidschlag verteilt normalerweise alle 5 bis 10 Sekunden die Tränenflüssigkeit gleichmäßig über die Oberfläche des Augapfels. Dadurch werden die Augen befeuchtet und gereinigt. Mit zunehmendem Alter vermindert sich im Allgemeinen die Tränenproduktion. Zu einem Trockenen Auge können auch beispielsweise chronisches Rheuma, ein hochgradiger Vitamin-A-Mangel, eine altersbedingte Fehlstellung der Lider oder Lidrand- Veränderung führen. Nicht selten ist aber auch eine unzureichende Korrektion einer Fehlsichtigkeit die Ursache für ein Trockenheitsgefühl in den Augen bzw. Augenbrennen. Zur Behandlung dieser Erkrankungen gibt es spezielle Medikamente. Sie sollten jedoch nicht in Selbstbehandlung verwendet werden.